Ein grosser Teil von Dieter Roths experimentellen Künstlerbüchern, Kinderbüchern sowie seiner Lyrik und Prosa – vielfach vergriffen und heute echte Raritäten – ist in der Präsenzbibliothek des Schaulagers vertreten und kann vor Ort im Lesesaal entdeckt werden.
Insgesamt 450 Werke von und über Dieter Roth befinden sich in der Bibliothek des Schaulagers. Ein paar Kostproben aus diesem Fundus von Roths literarischem Schaffen sind hier abgebildet.
Der komplette Bestand der Bibliothek ist abrufbar über das Portal swisscovery (basel.swisscovery.org) und vor Ort im Schaulager auf Anmeldung einsehbar.
Informationen zur Zugänglichkeit der Bibliothek finden Sie hier.
125 Two-Handed Speedy Drawings (1979) von Dieter Roth versammelt eine Serie von 125 sogenannten «zweihändigen Schnellzeichnungen», die Roth simultan mit beiden Händen ausführte. Die dabei entstehenden Linien sind bewusst unkontrolliert, spontan und von hoher Geschwindigkeit geprägt, wodurch sich ein zeichnerischer Prozess entfaltet, der zwischen Zufall und körperlicher Geste oszilliert.
Als Künstlerbuch dokumentiert Trophies diesen experimentellen Ansatz in serieller Form: Die Zeichnungen werden reproduziert und zugleich durch eine beigefügte originale «Trophäe» – eine eingebundene Originalzeichnung – ergänzt, wodurch sich Einzigartigkeit und Vervielfältigung überlagern.
Das Werk steht exemplarisch für Roths Interesse an Prozesshaftigkeit, Materialität und der Auflösung traditioneller Autorschaft: Zeichnen erscheint hier weniger als kontrollierter Akt denn als unmittelbare, körpergebundene Handlung, die sich im Medium des Buches fortsetzt und reflektiert.

Das Weinen (Das Wähnen) Band 2A (Tränenmeer 4) ist ein literarisches Werk von Dieter Roth, welches er 1978 herausgab. Die vielschichtige Künstlerpublikation diente Christoph Marthaler als Inspiration für seine Inszenierung im Theater Basel.
In fragmentarischer Form kreist das Werk um Themen wie Wahrnehmung, Erinnerung und Selbstbeobachtung und unterläuft dabei bewusst konventionelle Erzählstrukturen. Roths experimenteller Umgang mit Sprache und Material macht die Publikation zu einem eindringlichen Beispiel seiner künstlerischen Praxis zwischen Literatur und bildender Kunst.
Stuttgart, London: Edition Hansjörg Mayer: 1978
